Das Baugebiet Wöste in Greven im Überblick

Für viele Grevener hängt an der Wöste vor allem eins: eine Menge Erinnerungen an die Kindheit – als man aus dem Grevener Süden hier noch über Felder lief. Heute ist aus der Wiese von einst ein Wohngebiet geworden. Bei dessen Planung man offenbar vergessen hat, dass es sich eigentlich um einen ganz neuen Stadtteil handelt. Was wir daran haben und was die Wöste noch braucht, erfahren Sie in diesem Artikel.

Das Baugebiet Wöste im Überblick

Die Wöste ist das größte Neubaugebiet Grevens, gelegen im Südosten der Stadt, kurz vor der B 481.

Seit 2011 wird hier gebuddelt und gebaggert. Etwa 575 Baugrundstücke sind bislang in der Wöste entstanden (s. auch Vorlage Nr. 189/2018 im Ratsinformationssystem der Stadt Greven).

Aktuell werden die ersten Häuser im dritten Bauabschnitt errichtet. Und im Herbst geht es dann los mit den Straßen- und Kanalbauarbeiten im 4. Bauabschnitt. Dort stehen weitere rund 80 Grundstücke zur Verfügung. (Den Bebauungsplan für die Wöste können Sie im Geonetz Greven einsehen.)

Das Neubaugebiet verfügt zudem über zwei Kitas: die Kita Il Nido an der Blaufärberstraße und die Kita Kinderland an der Overmannstraße. Auch das Marienschulzentrum mit der St. Marien Grundschule und der Nelson-Mandela-Gesamtschule befindet sich in unmittelbarer Nähe.

Neben den klassischen Wohnbaugrundstücken gibt es eine Klimaschutzsiedlung – und ziemlich viel Grün. Im 7.000 qm großen Wöstenpark finden die Menschen zusammen und schauen ihren Kindern beim Klettern und Schaukeln zu oder erholen sich auf den zahlreichen Ruhebänken, während die Sportbegeisterten sich an Fitnessgeräten verausgaben.

Zwischen den Wohnhäusern schlängelt sich zudem das Bachbett der Rönne, das kürzlich umfangreich erweitert worden ist und zum Spazierengehen oder Laufen einlädt.

Die Wöste bedeutet Wohnen im Grünen – und doch in der Stadt. Zumindest irgendwie. Denn mit 1.700 Menschen, die hier mal wohnen werden, ist die Wöste nicht irgendein Wohngebiet, sondern im Grunde ein ganz neuer Stadtteil. Der aber auch entsprechend angebunden sein sollte!

Verkehrsanbindung nur mit dem Auto

Das Neubaugebiet besteht aus einer Tempo-20-Zone, einer Tempo 30-Zone und im übrigen aus einem dichten Netz an Spielstraßen. Was einige Autofahrer aber scheinbar trotzdem nicht daran hindert, gerne mal schneller zu fahren.
Doch die Proteste der Anwohner haben Wirkung gezeigt: Verwaltung und Politik haben jüngst eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Tempo auf den Straßen rauszunehmen.

Das Auto ist in der Wöste ohnehin dauerpräsent. Denn die Lage am Rande der Stadt ist vor allem für Pendler attraktiv.
Über die B481 Gleich hinter dem Lärmschutzwall erreicht man Rheine und Münster. Wer weiter weg muss, fährt auf die A1.
Doch auch wer zum Bahnhof auf die andere Emsseite will, ist auf das Auto angewiesen. Denn eine Busverbindung gibt es nicht. Dafür aber ein kostenloses P+R Parkhaus direkt am
Gleis. Für Fahrräder gibt es das übrigens nicht – trotz zahlreicher Diebstähle am Bahnhof.

Auch Radwege gibt es weit und breit keine, welche die Wöste in die Umgebung anbinden. Natürlich steht es jedem frei, die Straße zu benutzen. Aber mal ehrlich, ist es das, was wir unter attraktiven Radwegeverbindungen verstehen?

Na zumindest in Sachen Busverbindung tut sich was. Denn das Mobilitätskonzept der Stadt Greven sieht eine Anbindung an die Buslinie 250 vor (Greven-Bahnhof-Reckenfeld). Außerdem haben wir als SPD jüngst eine erste Bushaltestelle für die Wöste beantragt.

Supermarkt & Co. – was die Wöste braucht

Was die Wöste übrigens auch noch braucht, neben einer Anbindung für Bus und Rad, ist eine vernünftige Nahversorgung (siehe hierzu den Bericht vom 16.06.2019 über unseren Antrag an die Verwaltung).

Ein Supermarkt, eine kleine Bäckerei, wo man sonntags beim Brötchen holen die Nachbarn trifft, einen Geldautomaten, Ärzte – all das wäre an einem kleinen Platz mitten im Wohngebiet gut aufgehoben.

Denn wer will schon gerne für jede Kleinigkeit mit dem Auto in die Stadt fahren müssen – mitten in der Stadt?