Steingärten sind im Trend. Ordentlich, aufgeräumt, pflegeleicht. Häuslebauer überbieten sich förmlich im Wettbewerb um die schönsten Steingärten. So auch in der Wöste. Wir haben uns damit mal näher beschäftigt und finden: unser Greven sollte grüner werden!

Was sind Steingärten?

Wer sich Gedanken über eine neue Gestaltung seines Gartens macht, denkt heute häufig über einen Steingarten nach. Gerade in Neubaugebieten kann man das deutlich sehen: Vorgärten voller Schotter oder Kies, in leblosem Grau und dazwischen ein in Form geschnittener Buchsbaum zur Dekoration. Ziemlich genau das haben wohl die meisten von uns im Kopf, wenn wir über Steingärten sprechen.

Doch echte Steingärten sind etwas ganz anderes. Hier steht vor allem die Vegetation im Vordergrund: Pflanzen, die in Gebirgen wachsen oder besonders trockenheitsresistent sind. Ein idealer Lebensraum für blühende Pflanzen, der auch allerlei Insekten anzieht – und das ganze Jahr über extrem aufwändig zu pflegen ist.

Von dieser anspruchsvollen, naturnahen Gartengestaltung sind die meisten „Steingärten“ jedoch weit entfernt.

Warum sollten Steingärten verboten werden?

Die Kritik an den Steingärten, die also eigentlich Schottergärten sind, nimmt seit Jahren stetig zu.

Aus diesem Grund gibt es eine Reihe von Intiativen gegen Steingärten. So hat zum Beispiel der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau e.V. bereits im Jahr 2017 die Initiative „Rettet den Vorgarten“ gestartet und sich zum Ziel gesetzt, Menschen von der Idee des lebendigen grünen Gartens zu überzeugen.

Was grüne Gärten im Vergleich zu Schottergärten mit dem Klima in der Stadt machen, zeigt eindrucksvoll auch ein TV-Beitrag des WDR vom 20.03.2019. Hier wird deutlich, dass die Umgebungstemperatur unmittelbar mit der Gestaltung der Vorgärten zusammenhängt. Doch wie das? Das ganze nennt sich Mikroklima. Dieses wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, z.B. von der Art des Bodens, den dort wachsenden Pflanzen, den Lichtverhältnissen und den menschengemachten Bauwerken.
Schüttet man den Vorgarten mit Kies zu, heizen sich die Steine bei Sonneneinstrahlung sehr stark auf – schneller als zum Beispiel Pflanzen oder Rasen. Selbst nachts geben die Steine die Wärme noch an die Umgebung ab und kühlen sich deutlich langsamer ab als andere Materialien. Weniger Pflanzen bedeutet weniger Verdunstung und weniger Abkühlung. Gerade in den Hitzeperioden des Sommers wird es in der Stadt also noch heißer, als es sowieso schon ist.

Dieses Prinzip der Freiwilligkeit funktioniert aber nicht überall. Und so haben einige Kommunen, wie z.B. Xanten und Dortmund, bereits Verbote erlassen, um der zunehmenden Versteinerung der Städte entgegen zu wirken.

Auch wir in Greven wollen uns nicht auf das Prinzip der Freiwilligkeit allein verlassen. Wer heute schon einen Schottergarten hat, soll ihn auch behalten dürfen. Wir wollen aber verhindern, dass unsere Stadt immer weiter versteinert. Und so sollen zukünftig keine neuen Schottergärten mehr angelegt werden dürfen. Denn die Freiheit, unseren Garten so zu gestalten, wie wir es wollen endet da, wo wir alle Verantwortung haben für das Klima und den Artenschutz.

Mehr zu unserem Antrag an die Verwaltung lesen Sie hier.