Ingrid Arndt-Brauer
Ingrid Arndt-Brauer

Ingrid Arndt-Brauer

Ingrid Arndt-Brauer

Greven. Ein nicht gewöhnliches Projekt der Sprachförderung findet seit 2005 in der DRK-Kindertagesstätte „Mit Herz und Hand“ in Greven statt. Das „Rucksack-Projekt“ ist ein Förderprojekt, das die Sprachfähigkeit der Kinder mit Förderbedarf stärken soll. Einbezogen wird hier auch die Elternbildung.

Bei einem gemeinsamen Frühstück mit Müttern von Integrationskindern, Kindern mit Migrationshintergrund aber auch einzelnen Müttern aus anderen Einrichtungen, erfuhr jetzt Ingrid Arndt-Brauer (SPD-MdB) in der Kita näheres zum „Rucksack-Projekt“.

Das „Rucksack-Projekt“ gibt es in NRW seit 1999 und ist ein Programm zur Sprachförderung und Elternbildung im Vorschulbereich. Ziel ist es, wie Annegret Kröger-Stolze, Integrationsfachkraft für das Förderprojekt Arndt-Brauer erläuterte, die Mehrsprachigkeit zu fördern, die Eltern­erziehungs­kompetenz und das Selbstwertgefühl der Eltern aus Zuwanderungsfamilien zu stärken.

Wie das in der Praxis aussehen kann, erklärte Gülhan Akilliok, Leiterin der Gruppe Rucksack-Mütter, die sich einmal in der Woche zu einem gemeinsamen Austausch in der Kita treffen um die Arbeits­materialien für sich und ihre Kinder für zu Hause besprechen. Die Materialen des Rucksack­programms sind keine Arbeitsmaterialien für Erzieher, sondern Elternbildungsmaterialien, die für die Eltern-Kind-Aktivität genutzt werden sollen. Diese Materialien werden den Müttern in der Muttersprache, wie z.B. türkisch oder russisch ausgehändigt und diese werden dann als Aktivität zu Hause mit dem Kind durchgeführt. Die Eltern fördern somit die Erstsprache, wie z.B. türkisch. In der Kita wird durch das speziell ausgebildete Fachpersonal die Zweitsprache Deutsch gefördert. Ein ganzheitlich ausgerichtetes Sprachförderprogramm, das besonders auf das Kind bezogen ist, setzt bei den Stärken der Kinder an. Bewusst wird so die Mehrsprachigkeit und Wertschätzung der Muttersprache bei Migrantenkinder gefördert. Positiv empfinden auch die Mütter in der Runde das Projekt für sich und ihre Kinder.

Kröger-Stolze erläuterte in dem Gespräch, dass ein enormer Bedarf an Sprachförderung besteht und das diese möglichst früh einsetzen muss. Daher sei es wichtig, dass Bund, Land und Kommune noch mehr die frühe Sprachförderung unterstützen. Widersprüchlich sei es daher, dass die Erfolge, die in der Kita „Mit Herz und Hand“ mit der frühen Sprachförderung erreicht würden, dazu führen, dass die Kinder den DELFIN 4-Test bestehen, so dass die Einrichtungen keine Fördergelder mehr für Sprachförderung erhält. Die Kopplung der Gelder für Sprachförderung an die Ergebnisse der DELFIN 4-Tests ist unbefriedigend. „Es kann doch nicht sein, dass diese positiven Ergebnisse bestraft werden“, kritisierte Arndt-Brauer abschließend und versprach die Kritik in entsprechende Gremien zu tragen.